Anerkennung für beeindruckende Innovationsleistungen: Christian Wulff gratuliert der tecfor care GmbH zum Sprung unter die TOP 100 der innovativsten mittelständischen Unternehmen Deutschlands. Die Preisverleihung fand im Rahmen des Deutschen Mittelstands-Summits in Heidelberg für alle Mittelständler statt, die zu Jahresbeginn mit dem TOP 100-Siegel ausgezeichnet worden waren. In dem wissenschaftlichen Auswahlverfahren überzeugte die tecfor care GmbH in der Größenklasse A (bis 50 Mitarbeiter in Deutschland) insbesondere in der Kategorie „Innovationsprozesse und Organisation“.
Mit dieser Auszeichnung werden nicht nur die Innovationsprozesse des Unternehmens gewürdigt. Vor allem werden jedoch Lösungen ausgezeichnet, die den Alltag von pflegebedürftigen Personen und Pflegekräften spürbar erleichtern. Ein Beispiel hierfür ist die Weiterentwicklung des klassischen Pflegebetts.
Pflegebetten, die über die gesetzliche Krankenkasse bereitgestellt werden, sind in der Regel klar definiert. Die Kasse ist Kostenträger, das Produkt folgt einem festen Standard und der Einfluss von Nutzern und Sanitätshäusern bleibt entsprechend begrenzt. Mit einem innovativen Konzept schafft tecfor care hier zusätzliche Wahlmöglichkeiten und gibt Anwendern mehr Mitspracherecht. Durch Polsterverkleidungen und ein abgestimmtes Zubehörprogramm lässt sich das Pflegebett an individuelle Bedürfnisse anpassen. Dies betrifft sowohl die Integration in das Wohnumfeld als auch funktionale Aspekte, beispielsweise Seitengitter mit integrierter Aufstehhilfe oder weitere Lösungen für mehr Komfort und Alltagstauglichkeit.
Für Sanitätshäuser entsteht daraus zusätzlicher Handlungsspielraum. Ergänzungen können im Freiverkauf direkt angeboten werden – unabhängig von der GKV-Pauschale. So ergeben sich zusätzliche Erlösmöglichkeiten im direkten Patientenkontakt, wodurch sich die Wirtschaftlichkeit eines Bettes schneller erreichen lässt.
Darüber hinaus entsteht mit Lösungen wie dem Ultrakomfortbett ein eigenständiges Produkt, das die Welt der Polstermöbel mit funktionalen Anforderungen verbindet. Es entsteht ein Bett für gesundheitsbewusstes Schlafen und somit ein Angebot für einen bislang unzureichend gedeckten Bedarf.
Neben diesen zusätzlichen Differenzierungsmöglichkeiten bleibt im Versorgungsalltag vor allem eines entscheidend: die Wirtschaftlichkeit im laufenden Betrieb. tecfor care verfolgt deshalb eine konsequente Plattformstrategie, um Komplexität zu reduzieren. Grundlage ist ein stabiles Standardpflegebett mit hoher Belastbarkeit. Viele Komponenten sind baugleich, gleichzeitig lassen sich aus einem Grundbett heraus unterschiedliche Varianten abbilden, etwa bei Maßen oder Ausstattungen, wie etwa Niedrigbettlösungen. Das vereinfacht das Handling, die Wartung und das Ersatzteilmanagement im Sanitätshaus.
Im Ergebnis entstehen Betten, die langlebig sind, selten repariert werden müssen und sich über mehrere Versorgungszyklen wirtschaftlich einsetzen lassen. In der Praxis zeigt sich das deutlich: In der rund zehnjährigen Zusammenarbeit mit einem Partner, der jährlich mehr als 1.000 Betten bezieht, lag der Ersatzteilumsatz über den gesamten Zeitraum bei rund 4 Prozent des Gesamtvolumens.
Im strukturierten Prozess zur Innovation
Neue Ideen entstehen selten am Schreibtisch. Meist stammen sie aus Gesprächen mit Kunden, Partnern oder dem Vertrieb. Anschließend durchlaufen sie einen Reality-Check: Machbarkeit und Nutzen werden bereichsübergreifend geprüft und um Markt- und Anwendungsperspektiven ergänzt. Auf dieser Basis werden die Ansätze gebündelt und in konkrete Innovationsprojekte mit klaren Zielen überführt. „Früher stand vor allem die technische Lösung im Vordergrund“, sagt Geschäftsführer Robin Knabe. „Heute denken wir Innovationen vom Versorgungsmodell, von den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen unserer Kunden und vom gesamten Lebenszyklus eines Bettes her – mit klaren Entscheidungswegen und strukturiert aufgenommenen Marktimpulsen.“
Effektives Innovationsklima
Das Unternehmen arbeitet in einer Innovationskultur, die von direktem Feedback, kurzen Wegen und einem offenen Austausch auf Augenhöhe geprägt ist. Strukturierte Befragungen, Marktanalysen und der kontinuierliche Dialog mit Sanitätshäusern, Partnern und Pflegeeinrichtungen liefern die Grundlage dafür. So entsteht ein gemeinsamer Ansatz, der Versorgung und Wirtschaftlichkeit zusammenführt. Das Ziel besteht darin, Lösungen zu entwickeln, die den Markt gezielt erweitern, neue Bedarfe erschließen und zugleich den Anforderungen von Kostenträgern, Patienten und Leistungserbringern gerecht werden.
TOP 100: der Wettbewerb
Seit 1993 vergibt compamedia das TOP 100-Siegel für besondere Innovationskraft und überdurchschnittliche Innovationserfolge an mittelständische Unternehmen. Die wissenschaftliche Leitung liegt seit 2002 in den Händen von Prof. Dr. Nikolaus Franke. Franke ist Gründer und Vorstand des Instituts für Entrepreneurship und Innovation der Wirtschaftsuniversität Wien. Mentor von TOP 100 ist der frühere Bundespräsident und Ministerpräsident Christian Wulff. Projektpartner sind die Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung und der Mittelstandsverband BVMW.